Neuerscheinung: Studie zur Arbeitsteilung von Doppelkarrierepaaren

Liebe Alle,

ich würde mich sehr freuen, wenn Sie die folgende Information über den ZtG-Verteiler senden könnten.

vor Kurzem sind die Ergebnisse meiner qualitativen Längsschnittstudie „Paare in Widerspruchsverhältnissen“ zur partnerschaftlichen Arbeitsteilung von Ärztinnen in Doppelkarrierepartnerschaften erschienen, die für Ihre Arbeit sicherlich interessant sind.

Hochqualifizierte Frauen streben heute ebenso wie Männer eine Karriere an, leben aber im Unterschied zu diesen häufiger in Doppelkarrierepartnerschaften. Gleichzeitig geht Elternschaft bei Ärztinnen häufig mit Karrierebrüchen einher, bei Ärzten jedoch mit beruflichem Aufstieg und zeigt darüber den engen Zusammenhang zwischen der partnerschaftlichen Arbeitsteilung und den Karriereverläufen. Wenn beide PartnerInnen eine Karriere anstreben und über vergleichbare Einkommen verfügen, wie kommt es, dass meist Frauen die Kinderbetreuung übernehmen? Was kennzeichnet Paare, die von der ,traditionellen‘ Arbeitsteilung abweichen?

Über einen Zeitraum von bis zu vier Jahren wurden die Ärztinnen und deren Partner drei Mal interviewt: zum Zeitpunkt der Schwangerschaft, während der Elternzeit und nach dem beruflichen Widereinstieg.

Die gesellschaftlichen Strukturen legen eine asymmetrische Arbeitsteilung nahe und normative Leitbilder schließen daran an, indem sie der Frau die Hauptverantwortung für die Kinderbetreuung zuweisen. In den berichteten Diskriminierungserfahrungen der Frauen spiegelt sich ein ,traditionelles‘ Milieu im ärztlichen Arbeitsfeld, das Müttern eine Karriere erschwert. Gesellschaftlich sind die ,traditionellen‘ Vorstellungen jedoch auch unter Druck: Die Wirkung des BEEG zeigt, dass Väter nicht mehr völlig von der Kinderbetreuung freigestellt sind. Paare sind zudem in der Lage, sich von den strukturellen Vorgaben und konservativen Vorstellungen von Mutterschaft und Vaterschaft abzugrenzen, indem sie Strategien entwickeln, die Arbeit egalitär zu teilen und sich über gesellschaftlich hegemoniale Vorstellungen hinwegsetzen. Dazu müssen die Paare sich allerdings mit den strukturellen und normativen Bedingungen auseinandersetzen und sie im Paar reflektieren

Das Buch „Paare in Widerspruchsverhältnissen. Die partnerschaftliche Arbeitsteilung von Ärztinnen beim Übergang zur Elternschaft“ ist im Verlag Springer VS in der Reihe Geschlecht und Gesellschaft erschienen.

https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-22303-8#about

Hier ein Link zu einem Blog-Beitrag mit ausgewählten Ergebnissen:

https://www.gender-blog.de/beitrag/%E2%80%9Eein-unangenehmer-spagat%E2%80%9C–die-arbeitsteilung-von-doppelkarrierepaaren-/show/

Herzliche Grüße
Kathleen Pöge

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