Gastvortrag: ,,Eszter Kováts:,Angriffe auf Gender Studies in Ungarn und darüber hinaus; HU ZtG Berlin, 16.01.19

Einladung zum Gastvortrag und zur Diskussion:

Eszter Kováts:
Angriffe auf Gender Studies in Ungarn und darüber hinaus.  Hintergründe und Erklärungsversuche

Ort: Unter den Linden 6, Raum 2070a

Zeit: Mittwoch, den 16.01.19, 18:00 – 20:00 Uhr

Im Oktober 2018 hat die ungarische Regierung Gender Studies MA-Programme aus den möglichen Studienfächern per Dekret gestrichen, und somit massiv in akademische Freiheit eingeschnitten. Dieser Schritt der Regierung fügt sich einerseits in einen massiven Transformationsprozess ein, den die Fidesz-KDNP-Regierung in Ungarn seit 2010 vollzieht, andererseits aber auch in europäische (und zunehmend globale) Tendenzen, in denen „Gender” (als „Genderideologie” oder als „Genderismus”) zu einem politischen Kampfmittel geworden ist und gegen welches grassroots Bewegungen, religiöse Gemeinschaften, rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien in der Opposition, aber auch in der Regierung mobilisieren. Der Vortrag diskutiert Angriffe auf die Gender Studies am Beispiel Ungarns, aber auch in einem weiteren europäischen Zusammenhang. Dabei nimmt er auch theoretische Dilemmata in den Blick und diskutiert, wie mit dem Phänomen, politisch wie wissenschaftlich, selbstreflexiv umgegangen werden könnte.

Eszter Kováts ist PhD-Studentin der Politikwissenschaft an der Universität ELTE Budapest und z.Zt. Gastwissenschaftlerin am ZtG. Aktueller Forschungsschwerpunkt: das Feindbild „Genderideologie” im globalen Kontext der Stärkung der Rechten. Seit 2012 ist sie zuständig für das Genderprogramm der Friedrich-Ebert-Stiftung für Ostmitteleuropa in Budapest, wo sie u.a Solidarity in Struggle – Feminist perspectives on neoliberalism in East-Central Europe (2016) herausgegeben hat. In der Femina Politica erschien jüngst (2018/1) „Conservative Counter-Movements? Overcoming Culturalising Interpretations of Right-Wing Mobilizations Against ’Gender Ideology’”.

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