Preisverleihung: Goldener Zaunpfahl, die Nominierten stehen fest. Verleihung am 22.5., Überreichung des freispiel-Abzeichen – Pressemitteilung; Berlin, 22.5.2019

Die öffentliche Verleihung

Wir laden ganz herzlich zur diesjährigen, öffentlichen Preisverleihung ein:
Wo: HAU Hebbel am Ufer, HAU 1, Stresemannstraße 29, 10963 Berlin
Wann: 22. Mai 2019, 19 – 21 Uhr

Hashtag: #GoldenerZaunpfahl

Programmhinweis auf den Seiten des Theaters:

https://www.hebbel-am-ufer.de/programm/pdetail/goldener-zaunpfahl-2019/ Interviewmöglichkeiten /
Fototermin für  Pressevertreter*innen am  Vormittag/Mittag

 

Pressemitteilung

Die 5 Nominierten stehen fest: 

Absurdes Gendermarketing mit rosa-hellblauem Schubladendenken bekommt einen Wink mit dem Goldenen Zaunpfahl. Der Negativpreis wird am 22.Mai zum dritten Mal verliehen und lädt ein zur Diskussion über die verstaubten Rollenbilder der Marketingteams. Bei der öffentlichen Preisverleihung erhält außerdem zum ersten Mal ein Team das freispiel-Abzeichen, ein Best-Practice-Siegel, das Wahlfreiheit im Angebot und Auftritt von Unternehmen belohnt.  

(Alle Informationen auch im angehängten pdf-Dokument)

Es beginnt unmittelbar nach der Geburt mit Nabelschnurscheren in Rosa und Hellblau (A) … kein Scherz, sondern die absurde Realität des Gendermarketing: Wenn am Weltfrauentag alle über gesellschaftliche Errungenschaften reden, benennt sich Rossmann um in ‚Rossfrau‘ und gibt Rabatte auf Putzmittel (B). Früh übt sich, was eine Meisterin werden möchte, weshalb die Ströer Media Brands GmbH als Betreiberin der Plattform spielaffe.de Mädchen zum ‚Toilette putzen‘ einlädt: ‚Hausarbeit gegen Partybesuch!‘ (C). Früh übt sich, dachte auch Playmobil und bietet in rosafarbener Verpackung das Set ‚Shopping-Girls (D). Und die Busch GmbH & Co KG, eine mittelständische Herstellerin von Modellspielwaren überrascht in der #metoo-Debatte mit einem Action-Set „Drohne, Drohnenführer, zwei unbekleidete Damen und Bretterzaun“ (E).

(A) Nabelschnurscheren / ClinaStar

(B) ‚Rossfrau‘-Rabatte / Dirk Rossmann GmbH

(C) ‚Toilette putzen ist ein lustiges Mädchenspiel‚ / Ströer Media Brands GmbH

(D) Shopping-Girls / geobra Brandstätter Stiftung & Co. KG; Playmobil

(E) Drohne und zwei unbekleidete Damen / Busch GmbH & Co. KG

Über 60 Einreichungen erreichten das Team des Goldenen Zaunpfahl seit der vergangenen Preisverleihung im April 2018. Einige Klassiker wie das rosa Überraschungsei tauchen immer wieder auf, vieles kam neu hinzu, zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass sich die Unternehmen und Marketingabteilungen wenige Gedanken zu machen scheinen über die Wirkung ihrer einschränkenden Verkaufsstrategien auf Kinder, obwohl der negative Einfluss des Gendermarketing durch wissenschaftliche Studien längst nachgewiesen ist*. Mehr denn je gilt es, die Unternehmen an ihre soziale Verantwortung zu erinnern.

Die Jury:

  • Martin Rücker, Geschäftsführer von ‚Foodwatch, die Essensretter‘
  • Eva-Maria Lemke, Moderatorin und Journalistin, seit Januar 2019 moderiert sie das rbb-Politikmagazins ‚Kontraste‘
  • Tina Adomako, freie Journalistin und Fachpromotorin im Eine Welt Netz NRW und im Vorstand der Neuen deutschen Medienmacher
  • Ulaş Aktaş, Juniorprofessor für Pädagogik an der Kunstakademie Düsseldorf
  • Michel Arriens, Campaigner und Social Media Manager bei change.org
  • Lia Sahin, Beatboxerin, Workshopleiterin und unterwegs für Rapfugees
  • Sookee, Quing of Berlin, Rapperin, Speakerin und Aktivistin

Die öffentliche Verleihung:

Wir laden ganz herzlich zur diesjährigen, öffentlichen Preisverleihung ein:

Wo: HAU Hebbel am Ufer, HAU 1, Stresemannstraße 29, 10963 Berlin
Wann: 22. Mai 2019, 19 – 21 Uhr

Hashtag: #GoldenerZaunpfahl

Programmhinweis auf den Seiten des Theaters Hebbel am Ufer
Interviewmöglichkeiten / Fototermin für  Pressevertreter*innen am  Vormittag/Mittag

Rückfragen bitte an: Almut Schnerring, 1. Vorsitzende klische*esc e.V.,

c/o Wort & Klang Küche GbR, Büro für Journalismus und Kommunikation
post@klischeesc.de

NEU:  Das Freispiel-Abzeichen   –  freispiel-abzeichen.de

Das Freispiel-Abzeichen wird 2019 zum ersten Mal verliehen; am 22. Mai erhält die Wildling Shoes GmbH, Gummersbach ihre Urkunde. Das Abzeichen ehrt Unternehmen, die sich dem Trend des Gendermarketing entgegenstellen und stattdessen auf Wahlfreiheit setzen. 

Marketing, das Zielgruppen nach Geschlecht trennt – das sogenannte Gendermarketing – suggeriert eine in Zwei geteilte Welt, ordnet Eigenschaften und Fähigkeiten, Wünsche und Interessen jeweils nur einem Geschlecht zu, reproduziert in seinen Botschaften stereotype Rollenbilder und trägt mit dazu bei, dass die Wahlfreiheit von Kindern zunehmend eingeschränkt wird. Gendermarketing hat in den vergangenen 12 bis 15 Jahren dafür gesorgt, dass die Vorstellungen davon, was eine Frau zu sein hat, ein Mädchen, und wie ein Junge, ein Mann eben so ist, immer enger geworden sind, und dass Kinder und Erwachsene, die dieser Norm nicht genügen (wollen), schon viel früher als untypisch, anders, unnormal behandelt werden.

Das Freispiel-Abzeichen ehrt Unternehmen, die sich diesem Trend widersetzen, die in ihren Kommunikations- und Verkaufsstrategien explizit dafür eintreten, dass Kinder und Erwachsene Wahlfreiheit haben, anstatt in eine normierende rosa beziehungsweise hellblaue Schublade gesteckt zu werden.

Das Freispiel-Abzeichen ist eine Einladung, gemeinsam Strategien zu entwickeln und andere Unternehmen zu überzeugen, dass geschlechterreflektierte Produkte und Kampagnen mehrheitsfähig werden. Das Freispiel-Abzeichen wird nicht für einzelne Produkte oder Werbekampagnen verliehen, denn es zeichnet eine grundsätzliche, unternehmerische Haltung aus, die Verleihungsurkunde wird deshalb von beiden Vertragsparteien unterzeichnet.

2019 wir das Freispiel-Abzeichen erstmals vergeben an die Wildling Shoes GmbH, Anna & Ran Yona, Gummersbach.  Aus der Begründung:

  • Der Blog-Artikel „Über Räubertöchter und wilde Kerle – oder warum unsere Schuhe unisex sind“ vom 11. April 2019 (https://www.wildling.shoes/blogs/news/uber-raubertochter-und-wilde-kerle-oder-warum-unsere-schuhe-unisex-sind) räumt auf mit dem gängigen Vorurteil, Männer und Frauen hätten andere Füße und bräuchten deshalb auch andere Schuhe.
  • Im online-Shop der Wildling Shoes GmbH gibt es keine Unterteilung des Sortiments nach Geschlecht.
  • Werbung und Design verzichten auf eine klare Zuordnung der Produkte
  • Eigenschaften, Fähigkeiten und Interessen werden nicht einem Geschlecht zugeordnet.

Das Freispiel-Abzeichen wird in Form einer Urkunde im Rahmen der öffentlichen Verleihung des ‚Goldenen Zaunpfahl – Negativpreis für absurdes Gendermarketing‘ dem Team von Wildling Shoes überreicht.

*Quellen:

> Are gendered toys harming childhood development? Research has found that dividing children’s toys based on gender can have lasting developmental implications, The Guardian, 28.5.2016 https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2016/may/28/toys-kids-girls-boys-childhood-development-gender-research

> Pink gives girls permission: Exploring the roles of explicit gender labels and gender-typed colors on preschool children’s toy preferences. Erica S. WeisgramMegan FulcherLisa M. Dinella, 2014; https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0193397314000689

klische*esc e.V. – gemeinnütziger Verein zur Förderung
von Wahlfreiheit jenseits limitierender Rollenklischees

www.klischeesc.de

c/o Wort & Klang Küche, GbR
Büro für Journalismus und Kommunikation
53225 Bonn

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