CFP: Geschichte intersektional. Relevanz. Potenziale. Grenzen

Dr. Anne-Laure Briatte, Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS)
/ Faculté d’études germaniques der Universität Sorbonne), Miriam Bräuer,
Promovierende (Historisches Seminar der Universität Freiburg, AG Gender
der Internationalen Graduiertenakademie (IGA) Freiburg), PD Dr. Isabelle
Deflers (FRIAS/Historisches Seminar der Universität Freiburg), Mirjam
Höfner, Promovierende (Historisches Institut der Universität der
Bundeswehr München), Christa Klein, Dr. des. (Zentrum für Anthropologie
und Gender Studies/Historisches Seminar der Universität Freiburg), Dr.
Nina Reusch (Friedrich Meinecke-Institut für Geschichtswissenschaft, FU
Berlin), Dr. Marie Muschalek (Historisches Seminar der Universität
Freiburg)
10.07.2019-12.07.2019, Freiburg, Freiburg Institute for Advanced Studies
(FRIAS), Universität Freiburg
Deadline: 26.02.2019

Intersektionalität ist ein interdisziplinäres Forschungskonzept zur
Analyse gesellschaftlicher Ungleichheitsbeziehungen und
Herrschaftsverhältnisse in ihren Verschränkungen. Soziale Ungleichheiten
entlang der Differenzachsen race, class, gender oder auch dis/ability,
body, Religion, Nationalität, Herkunft, Raum u.v.m. werden mit diesem
Ansatz in ihren historisch und kontextuell spezifischen
gesellschaftlichen Interdependenzen untersucht.
Der Begriff Intersektionalität, 1989 von der amerikanischen Juristin und
Mitbegründerin der Critical Race Theory Kimberlé Crenshaw geprägt,
avancierte in den 1990er Jahren zum neuen buzzword der
Geschlechterforschung und wird bereits seit etwa zehn Jahren auch in der
„zumeist etwas ‚langsameren'“ (Stieglitz) Geschichtswissenschaft
diskutiert.

Auf der Tagung Geschichte intersektional möchten wir historische
Forschungsarbeiten mit intersektionaler Perspektive diskutieren und
danach fragen,

1. auf welche Weise bereits vor der Prägung des Begriffs intersektional
geforscht wurde (Tradition/Innovation)
2. warum das Konzept der Intersektionalität im deutschen und
internationalen Kontext heute so wichtig ist und wie es jeweils
rezipiert wurde (Aktualität/Rezeption)
3. welche Potenziale das Konzept für historisch-empirische
Forschungsarbeiten hat (Potenziale/Defizite)
4. wie die Konzepte in der praktischen Anwendung moduliert und
weiterentwickelt werden (An-/Eignung)
5. inwiefern intersektionale Forschungsergebnisse tradierte
Geschichtsbilder revidieren (Auswirkungen)
6. an welche neuen Grenzen intersektionale historische Studien stoßen
und wie sie kritisch diskutiert werden (Kritik/Perspektiven)
7. ob intersektionale Studien neue Formen der Zusammenarbeit erfordern
(Forschungspragmatik, interdisziplinär, international)

Die Tagung wird als deutsch-französisches Kooperationsprojekt vom
Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechterforschung (Süd) am
Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) ausgerichtet und vom
Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg, dem Zentrum für
Anthropologie und Gender Studies (ZAG) der Universität Freiburg, der AG
Gender der Internationalen Graduiertenförderung (IGA) Freiburg sowie der
Forschungsgruppe Genre & Europe des Exzellenzclusters LabEx EHNE (Écrire
une histoire nouvelle de l’Europe) Paris unterstützt. Arbeitssprachen
sind Deutsch und Französisch.

Dieser Call richtet sich an Wissenschaftler_innen aller
Qualifikationsstufen, die aus intersektionaler Perspektive historisch
forschen. Kinderbetreuung während der Tagung können wir bei Bedarf
anbieten. Reise- und Übernachtungskosten der Referierenden können
übernommen werden. Besonders freuen wir uns über eine zahlreiche
Beteiligung von Menschen mit Behinderung, People of Color und weiteren
marginalisierten Gruppen.

Wir bitten um die Einsendung von Vorschlägen für Vorträge mit Titel und
Abstract (max. 400 Wörter) und Kurz-CVs (max. eine Seite) bis zum
26.02.2019 an christa.klein@geschichte.uni-freiburg.de.

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Christa Klein

Zentrum für Anthropologie und Gender Studies der Universität Freiburg
Belfortstr. 20, 79098 Freiburg i.Br.

christa.klein@geschichte.uni-freiburg.de

URL zur Zitation dieses Beitrages
<http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=38862>

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