Intersektionale Transformative Gerechtigkeit – Intersectional Transformative Justice; Berlin, 06. September, 19 Uhr

For the English version please see below.

“Was macht uns wirklich sicher?”
Ein Toolkit zu intersektionaler transformativer Gerechtigkeit jenseits von Gefängnis und Polizei
Donnerstag, 6. September, 19:00 Uhr, xart splitta: Hasenheide 73, 10967 Berlin

Lesung & Diskussion

Melanie Brazzell & Nadija Samour (Herausgeberin und Co-Autorin) feiern die Veröffentlichung des “Was macht uns wirklich sicher?” Toolkits. Das Toolkit stellt das Sicherheitsversprechen des Staates im Falle von sexualisierter- und Partner*innengewalt in Frage, und untersucht, wie Institutionen und Techniken wie Polizei, Gefängnis und nationalstaatliche Grenzen Gewalt (re)produzieren anstatt sie zu beenden. Sie werden das Toolkit und die verschiedenen Beiträge von unterschiedlichen Berliner Organisationen und Aktivist*innen vorstellen (u.a. LesMigraS, Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt – KOP, Hydra e.V.).

Dabei werden sie der Frage nachgehen, wie vermeintlich gut gemeinte Ansätze zur Bekämpfung von sexualisierter Gewalt schief laufen und für Rassismus instrumentalisiert werden können. Das Toolkit stellt heraus, dass wir zwischenmenschliche Gewalt in Verquickung mit staatlicher Gewalt verstehen müssen, um sie angemessen aufzuarbeiten und zu bekämpfen. Um dies zu erreichen, schlägt das Toolkit einen Ansatz intersektionaler, transformativer Gerechtigkeit vor: Es besteht aus verschiedenen Experimenten von Community-basiertem Umgang mit zwischenmenschlicher Gewalt – vor allem sexualisierter und Partner*innen-Gewalt – jenseits vom Staat und dessen Straflogik.

Zu der Veranstaltung sind alle eingeladen, ihre kreativen, sci-fi Visionen von echter Sicherheit zu teilen, um eine Zukunft ohne Gewalt und Bestrafung zu entwerfen. Es wird eine kleine Kunstaktion vor und während der Lesung geben.

Teilt eure Ideen mit uns, was uns #WirklichSicher #ReallySafe macht!

www.whatreallymakesussafe.com

Melanie Brazzell initiierte und entwickelte das Multimediaprojekt “Was macht uns wirklich sicher?”. Das Projekt beinhaltet Interviews mit Aktivist*innen und eine begleitende Internetseite, sowie Workshops, Universitätsseminare, öffentliche Veranstaltungen, eine Ausstellung und das Toolkit. Inspiriert vom visionären Aktivismus der Community Accountability (kollektive Verantwortungsübernahme) & Transformative Justice (transformative Gerechtigkeit) Bewegung aus den U.S., machte Melanie über fünfzehn Jahre lang Community-basierte Anti-Gewalt Organizing und hat das Transformative Justice Kollektiv Berlin mitbegründet. Derzeit erkundet sie partizipatorische Forschung als Werkzeug für soziale Bewegungen im Rahmen eines PhDs an der University of California Santa Barbara.

Nadija Samour schmiedet Pläne gegen Gefängnisse. Sie überlegt manchmal alleine am Schreibtisch für ihre Dissertation zum Thema “Incarceration in settler-colonialist contexts”, manchmal als Strafverteidigerin für Gefangene, oder manchmal zusammen mit anderen sie Genoss*innen, um eine Welt zu erschaffen, die keine Kerkersysteme mehr braucht. Auf dem Weg dahin lässt sie sich von antikapitalistischen und antikolonialistischen Kämpfen inspirieren. Sie ist überzeugt davon: niemand ist frei, wenn nicht alle frei sind.

Care / Accountability / Conflict / Awareness (CACA) formte sich him Nachgang des CutieBPoC Fests 2017. Wir wollten erstens die unterdrückenden strukturellen Dynamiken thematisieren und etwas gegen sie unternehmen, die wir in diesem radikalen, exklusiven Raum reproduziert haben und zweitens, mehr Menschen mit den Werkzeugen ausstatten, die es für Konfliktlösung, Deeskalation und Fürsorge braucht, da 10 Menschen, die spontan ohne vorheriges Training zusammenkommen, keinen Safer Space für 200 Leute für mehrere Tage schaffen können und drittens, um eine bessere Wahrnehmnung für Verantwortung und Bewusstsein für einander innerhalb einer größeren Community möglich zu machen. Wir werden unsere erste Konferenz im April 2018 veranstalten und hoffen, dass wir fortan mit anderen Menschen, die auch an zugänglichen Graswurzel Räumen für marginalisierte Communities interessiert sind, lernen können.

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Unsere Räume, inkl. der Toilette, sind mit Rollstuhl zu erreichen. Am Eingang gibt es eine ziemlich steile Rampe. Bei Fragen bitte melden.

Mehr Infos zu Kontakt und Anfahrt unter: http://www.xartsplitta.net/kontakten/


English version:

“What really makes us safe?” A Toolkit on Intersectional Transformative Justice beyond Prison and Police: Reading & Discussion

Thursday September 6th, 7pm, xart splitta: Hasenheide 73, 10967 Berlin, Germany

Melanie Brazzell & Nadija Samour (editor and co-author) woul like to celebrate the publication of  “What really makes us safe? Toolkits”. The toolkit challenges and questions the security promised by the state in cases of sexualised violence and violence within relationships and partnerships, and examines how institutions and techniques such as the police, prison and national borders (re)produce violence instead of ending it. Melanie and Nadija will present the toolkit and contributions of various Berlin based organisations and activists (including LesMigraS, Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt – KOP, Hydra e.V.), examining how supposedly well-meant approaches to combating sexualised violence can go wrong and be instrumentalised in a racist structure. The toolkit points out that we need to understand interpersonal violence in combination with state violence in order to deal with and fight it appropriately. To achieve this, the toolkit proposes an approach of intersectional, transformative justice: It consists of various experiments in community-based handling of interpersonal violence – above all sexualised violence and violence within partnerships – beyond the state, what it offers and its punitive logic.

Everyone is invited to share their creative, sci-fi visions of genuine understandings of security in order to design a future without violence and repression. There will be a small art performance before and during the reading.

Share your ideas with us, what makes us #ReallySafe!

www.whatreallymakesussafe.com

Melanie Brazzell initiated and designed the “What really makes us safe?” research project, which includes interviews with activists and an accompanying website, as well as workshops, university seminars, public events, an exhibition and a toolkit. Inspired by the visionary work of the community accountability and transformative justice movement, she has done community-based anti-violence organizing for over 15 years and co-founded the Transformative Justice Kollektiv in Berlin. Currently, she is exploring participatory action research as a movement building tool as a graduate student in sociology at the university of California, Santa Barbara.

Nadija Samour plots against prisons, sometimes alone at her desk for her dissertation on “incarceration in settler-colonialist contexts”, sometimes as a criminal defense lawyer for prisoners, and sometimes together with comrades, in order to create a world that no longer needs cages. Along the way, she let’s herself be inspired by anticapitalist and anticolonial struggles. She is convinced of at least one thing: no one is free until everyone is free.

Care / Accountability / Conflict / Awareness (CACA) came together in the aftermath of CutieBPoC Fest 2017. We wanted to  address and do something about the oppressive structural dynamics that we were reproducing in this radical, exclusive space, train more people with the tools to deal with conflict resolution, de-escalation and care, because 10 people coming together spontaneously without any prior training could not do an adequate job of maintaining a safer space for 200 participants over several days, and to cultivate a stronger sense of accountability and awareness toward on another within a broader community. We will be holding our first conference in April 2018 and hope to continue to learn with others who are interested in creating accessible grassroots spaces for marginalized communities.

https://www.xartsplitta.net/en/intersectional-transformative-justice/

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