Neu erschienen: GENDER 1/2018

Praxeologien des Körpers: Geschlecht neu denken

Herausgeberinnen: Bettina Brockmeyer, Susanne Lettow, Ulrike Manz, Sabine Schäfer

Der Körper ist seit den 1970er-Jahren ein zentraler Gegenstand der Geschlechterforschung. Insbesondere in der Soziologie, aber auch in der Geschichtswissenschaft und der Philosophie sind dabei unter dem Namen „Praxeologie“ Theorieperspektiven formuliert worden, die trotz aller, auch disziplinär begründeter Unterschiede konvergieren. Der Heftschwerpunkt sucht das Verhältnis von Geschlechterforschung und Praxistheorie näher zu bestimmen und Potenziale auszuloten. Mit der „Empirie einer Praxisirritation“ arbeitet Mareike Böth in ihrem Artikel, der frühneuzeitliche Körperpraktiken in den Briefen Liselottes von der Pfalz (1651–1722) analysiert. Karen Noltes Beitrag nimmt „Subjektivität und implizites Wissen“ in den Blick, indem er der Frage nachgeht, in wel­cher Weise Konzeptionen von Geschlecht im 19. Jahrhundert den Praktiken zum Umgang mit Schmerz implizit sind. Malaika Rödel zeigt am Beispiel der öffentlichen Debatten über die Präimplan­tationsdiagnostik (PID), wie Geschlecht und die Grenze von Natur und Technologie verhandelt werden.

Der Offene Teil dieser Ausgabe beginnt mit einem Beitrag von Anne-Laure Garcia und Ina Dietzsch zum Stillen als wissenschaftlichem Gegenstand in der medizinischen Forschung und zu den epistemologischen Hintergründen hegemonialer Diskurse im Fach. Brigitte Liebig und Martina Peitz gehen der Frage nach, wie Väter in der Schweiz die Widersprüche flexibler Arbeitsmodelle im Kontext von Vereinbarkeitsansprüchen handhaben. Fünf Rezensionen runden das Heft ab, darunter Heike Mauer zu „Unterscheiden und Herrschen“ von Sabine Hark und Paula-Irene Villa.

Einen Einblick ins Heft erhalten Sie im beigefügten Inhaltsverzeichnis und auf unserer Website – hier können Sie auch Leseproben herunterladen und das Einzelheft bestellen. Oder bestellen Sie hier Ihr GENDER-Abo und Sie erhalten regelmäßig die aktuelle GENDER-Ausgabe.

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