Feministische Partei gegen Kongress zu Sexarbeit

Liebe Alle,

schon vor einem Jahr haben Prostitutionsgegner*innen erfolgreich gegen die Förderung eines feministischen Workshop zum Thema Sexarbeit gekämpft. Dieses Jahr versuchen sie es wieder und bringen dabei immer wieder persönliche Anschuldigungen ins Spiel.

Besonders besorgniserregend finde ich, dass hier unter dem Label „Feminismus“ nicht nur das Grundrecht der Forschungsfreiheit eingeschränkt werden soll sondern auch Räume abgeschafft werden, in denen sich Forscher*innen, Sozialarbeiter*innen und Sexarbeiter*innen in einem geschützten Raum austauschen können. Das halte ich persönlich aus feministischer und demokratischer Sicht höchstproblematisch. Wenn wir solche Forderungen bei Sexarbeit akzeptieren, sehe ich nicht, was in Zukunft davon abhalten soll, auch Veranstaltungen zu anderen Bereichen von Sexualität zensieren zu lassen.

Die Dokumente können hier nachgelesen werden.

Link zu den Briefen: http://www.feministischepartei.de/aktivitaeten-und-veranstaltungen/stopsexkauf.html

Antwortbrief der Uni: http://www.feministischepartei.de/fileadmin/datensammlung/dokumente/2016/2016_02_Antwortschreiben_der_Vertreter_innen_der_HAW.pdf

Programm des Kongresses: http://www.haw-hamburg.de/ws-soa/unser-department/tagungen/sexarbeitskongress.html

Es wäre schön, wenn auch aus dem breiteren Bereich der Geschlechterforschung und Geschlechterpolitik mehr Unterstützung für Sexarbeiter*innen kommen würde. Denn – anders als man uns glauben lassen möchte – geht es hier nicht um eine platte „Befürwortung“ von Prostitution. Noch sind wir Wissenschaftler*innen von einer ominösen „Prostitutionslobby“ finanziert oder manipuliert. Wir können – Überraschung – selber denken!

Es geht darum, wie wir uns einen feministischen Umgang nicht nur mit dem Thema sondern auch mit den Personen, die Sexarbeit ausüben oder mit solchen zu tun haben, umgehen. Eine Anti-Prostitutionhaltung scheint mir bisher nur Feindlichkeit und repressive politische Forderungen gebracht zu haben. Das neue Prostitutiertenschutzgesetz basiert ja auch auf der Diskreditierung von Sexarbeiter*innen, obwohl nur sie davon betroffen sein werden. Zum Hintergrund hier eine Stellungnahme des Juristinnenbundes. https://www.djb.de/st-pm/st/st15-10/

Beste Grüße,

Sonja Dolinsek

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