Hintergrundinformationen Forschungsvorhaben Gender Studies

Liebe Professorinnen und Professoren des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW,

hiermit möchte die Koordinationsstelle Sie darüber informieren, dass aktuell mehrere Hochschulleitungen und Netzwerkprofessorinnen um Mitarbeit an einer Befragung/Studie Gender Studies angefragt wurden. Sollten Sie diese Anfrage ebenfalls erhalten haben, bitte ich um eine kurze Rückmeldung und über die Form der Anfrage (z.B. über Präsidium/Rektorat).

Professur Buchholz, der diese Studie durchführt, ist Ökonom und emeritierter Professor für Allgemeine BWL und Consulting an der FH Hannover. Jüngst initiierte er die Frankfurter Erklärung, die sich gegen die Frauenquote ausspricht und er ist vernetzt in liberalen antifeministischen elektronischen Medien (Cunctinet; Genderama). Nun beabsichtigt er eine Untersuchung zur Entstehung der Genderforschung zu machen. Die Standards für Forschung (wie sie etwa die DFG vertritt) setzen allerdings Ausgewiesenheit und kritische offene Beschäftigung mit dem Forschungsgegenstand, in diesem Fall der Geschlechterforschung voraus.

Die Fachkenntnis und Positionen zu Feminismus, Gleichstellungspolitik, Hochschule und Wissenschaft von Prof. Buchholz sind seinen Netz-Publikationen zu entnehmen. Er führt diesbezügliche Veröffentlichungen auf der Homepage der Hochschule Hannover an:

http://f4.hs-hannover.de/personen/lehrende/buchholz-guenter-prof-dr-rer-oec-prof/veroeffentlichungen/index.html

Da sie auf der Homepage der Hochschule eingestellt sind, ist anzunehmen, dass er sie für zitierfähige Publikationen hält. Er hat er u.a. folgende Veröffentlichungen zu Feminismus, Gleichstellungspolitik, Hochschule und Wissenschaft angegeben. Ich bitte bei Interesse weiter zu recherchieren:

http://cuncti.net/streitbar/396-ueber-feministische-desinformation-und-propaganda
http://cuncti.net/streitbar/404-neoliberalismus-emanzipation-und-frauenquote
http://le-bohemien.net/2013/02/01/contra-frauenquote/
http://cuncti.net/streitbar/206-gleichstellungspolitik-an-hochschulen

Der Fragebogen zeigt teils ähnliche Voreinstellungen (siehe Anhang), so die Fragen:

A2 Was ist der Gegenstand der Gender Studies? Ist das die zentrale Behauptung, dass Frauen fortgesetzt durch ein allgegenwärtiges System männlicher Vorherrschaft unterdrückt sind: das Gendersystem?

A3 Was ist seine besondere Charakteristik? Ist das jene Sichtweise, dass die Differenzen zwischen Männern und Frauen soziale Konstruktionen sind, die von Männern aufrechterhalten und ausgebeutet werden, um beherrschenden Einfluss auf Frauen auszuüben?

Die aufgeführten Veröffentlichungen und der Fragebogen geben Anlass, die wissenschaftliche Substanz der Untersuchung zu hinterfragen. Die ForscherInnen in der Geschlechterforschung sollten bedenken, ob sie sich an einem solchen Unternehmen in irgendeiner Form (auch durch Ausfüllen des Fragebogens) beteiligen wollen.

Mit freundlichen Grüßen
Beate Kortendiek

Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW
Koordinations- und Forschungsstelle
Dr. Beate Kortendiek
Universität Duisburg-Essen
Berliner Platz 6-8
45127 Essen

beate.kortendiek@netzwerk-fgf.nrw.de
www.netzwerk-fgf.nrw.de

Projekte der Koordinations- und Forschungsstelle
www.genderreport-hochschulen.nrw.de
www.gleichstellung-hochschulen.nrw.de
www.kinderbetreuung-hochschulen.nrw.de
www.gender-curricula.com
www.gender-zeitschrift.de

Dieser Beitrag wurde unter Veranstaltungen-Wissenschaft, Verschiedenes veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar