Gastvortrag: Antke Engel im Projekttutorium Marginalisierte Identitäten und deren Repräsentation; Berlin; Freitag 25.05.2012,
Veröffentlicht | von Christine Wolf | am Mai 23, 2012 | unter Veranstaltungen-Wissenschaft | 1 Kommentar
Gastvortrag Antke Engel
im Projekttutorium Marginalisierte Identitäten und deren Repräsentation
Freitag 25.05.2012, 12 Uhr
Georgenstrasse 47, Raum 0.09
Visuelle Arbeit am kolonialen Spektakel Queere Repräsentationskritik und künstlerische Strategien
Anhand einer photographischen Arbeit der Schwarzen südafrikanischen Künstlerin Zanele Muholi soll über diskursive und ästhetische Möglichkeiten reflektiert werden, in koloniale Diskurse und deren post- und neokoloniale Erbschaften einzugreifen. Wie wird es möglich, rassistische, sexistische und heteronormative Stereotype zu unterbrechen, und dennoch Repräsentationen erotischer Schwarzer Weiblichkeit zu reklamieren. Inwiefern kommen hierbei Strategien des Queering zum Tragen, die Identitätslogiken und binäre Differenzkonstruktionen unterbrechen? Es lässt sich anhand von Muholis Arbeit Isibuko I zeigen, wie Repräsentionen von Sexualität entstehen, die zur Dezentrierung der Dominanzsubjekte beitragen, indem sie die Verteilung, Ausformung und Wirkungsmacht von Aktivität verändern und die Aufspaltung in Subjekt und Objekt untergraben. Fetisch und Spektakel funktionieren nicht länger in den Regimen der Ausbeutung und Entfremdung, sondern werden zu Dimensionen queerer Repräsentationskritik.
Hintergrundlektüre
Repräsentation als Bedeutungsproduktion und Wirklichkeitskonstruktion (Kap. III aus:)
Wider die Eindeutigkeit. Sexualität und Geschlecht im Fokus queerer Politik der Repräsentation, Frankfurt/M. (Campus) 2002
Spektakel im Rahmen (Kap. V aus:)
Bilder von Sexualität und Ökonomie. Queere kulturelle Politiken im Neoliberalismus, Bielefeld (transcript), 2009
Antke Engel ist promovierte Philosophin, feministische Queer Theoretikerin und freiberuflich in Wissenschaft und Kulturproduktion tätig. Sie leitet das „Institut für Queer Theory“ (Berlin/Hamburg: www.queer-institut.de), das seit 2006 Projekte initiiert, die sich einer “queeren Politik der Repräsentation” verschreiben und in denen sich akademische und aktivistische, philosophische, politische und künstlerische Praxen verflechten. Sie war Gastprofessorin für Queer Studies an der Universität Hamburg (2003/2005) sowie der Universität Wien (2011) und Research Fellow am Institute for Cultural Inquiry (ICI-Berlin, 2007-2009).
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