ZtG – Blog

Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin

Bücher, Neuerscheinungen

Veröffentlicht | von | am Januar 12, 2012 | unter Publikationen, Veranstaltungen-Wissenschaft, Verschiedenes | Bisher keine Kommentare

Stefan Krammer, Marion Löffler, Martin Weidinger (Hg.)
Staat in Unordnung?
Geschlechterperspektiven auf Deutschland und Österreich zwischen den Weltkriegen

2011, 260 Seiten, kart., zahlr. Abb., 28,80 €
ISBN: 978-3-8376-1802-0

Mehr Infos zum Buch und Bestellmöglichkeit:
http://www.transcript-verlag.de/ts1802/ts1802n.php

Die Gründungen der Weimarer Republik in Deutschland sowie der Ersten Republik in Österreich 1918 waren von kontroversen Auseinandersetzungen um Staat und Demokratie begleitet. Ihr spektakuläres Scheitern im Nationalsozialismus lenkt die Aufmerksamkeit auf die angebliche Schwäche beider Staaten.
Die Beiträge dieses Bandes werfen Schlaglichter auf bis dato wenig erforschte Dimensionen der zeitgenössischen Bearbeitung von Staatlichkeit in politischer Theorie, Literatur, Film, Theater und politischer Praxis. Der Fokus der Beiträge liegt dabei auf Thematisierungen von Ordnung/Unordnung der Geschlechter, die zugleich staatliche Stabilität/Instabilität problematisieren.

Stefan Krammer (Dr. phil.) lehrt deutsche Philologie und Fachdidaktik an der Universität Wien.
Marion Löffler (Dr. phil.) lehrt politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Wien.
Martin Weidinger (Dr. phil.) ist Projektmitarbeiter und Lehrbeauftragter an der Universität Wien.

Ute Kalender
Körper von Wert
Eine kritische Analyse der bioethischen Diskurse über die Stammzellforschung

2011, 446 Seiten, kart., 35,80 €
ISBN: 978-3-8376-1825-9

Mehr Infos zum Buch und Bestellmöglichkeit:
http://www.transcript-verlag.de/ts1825/ts1825n.php

Die Stammzellforschung mobilisiert Begehren aller Art – ob als therapeutisches Versprechen oder als nationale Zukunftsökonomie. Doch welche materielle Praxis steht hinter dieser Forschungsrichtung?
Ute Kalender bindet die Diskussion um Stammzellforschung an ihre unhintergehbare Bedingung zurück: an den geschlechtlichen und zugleich immer reproduktiven Körper. Ihre detaillierte Studie fragt kritisch, wie das Thema Inwertsetzung des reproduktiven Geschlechterkörpers in der Bioethik verhandelt wird.
Kalenders gesellschaftswissenschaftlicher Ansatz, der zentrale Ideen der Queer, Crip und Gender Studies zum Thema Reproduktion kritisch-produktiv gegeneinander wendet, schließt zudem eine Lücke in der Debatte um Intersektionalität.

Ute Kalender (Dr.) ist Post-Doc in einem transnationalen Forschungsprojekt zur Kritik von Biological Citizenship aus Genderperspektive.

Lars Koch, Christer Petersen, Joseph Vogl (Hg.)
Störfälle
Zeitschrift für Kulturwissenschaften, Heft 2/2011

2011, 166 Seiten, kart., 8,50 €
ISBN: 978-3-8376-1856-3

Mehr Infos zum Buch und Bestellmöglichkeit:
http://www.transcript-verlag.de/ts1856/ts1856n.php

Als es im März 2011 in Fukushima zur Havarie des Reaktorblocks 1 kam, wurde klar, was sich in Japan neben einem katastrophalen Erdbeben und einem fatalen Tsunami noch ereignet hatte: der Beginn einer Störfall-Kaskade, die die Verletzlichkeit der globalisierten Welt, ihre technischen Voraussetzungen und ihre medialen Rahmenbedingungen schlaglichtartig vor Augen führte. Damit wird der Störfall zu einer eigenen Kategorie der Wissensproduktion, der gemeinhin unhinterfragte Normalitätsvorstellungen irritiert und – Bundeskanzlerin Merkel sprach schon am ersten Tag des Atom-Dramas von einem »Einschnitt für die Welt« – Praktiken der Evaluierung, der Prozessierung und der Prävention in Gang setzt.
In diesem Sinne fragt das Heft 2/2011 der ZfK nach dem epistemologischen Status des Störfalls, nach seinen politischen Dimensionen, nach Verlaufskurven historischer Störfälle und nach ästhetischen Aneignungen, die ihn entgegen der Normalerwartung als ein Anderes ausstellen und in seinen Wirkungen reflektieren.
Der Debattenteil des Heftes konzentriert sich auf Fragen nach der Autonomie der Migration.

Lars Koch (Dr.) ist Literaturwissenschaftler an der Universität Siegen.
Christer Petersen (Jun.-Prof. Dr.) ist als Medienwissenschaftler an der Technischen Universität Cottbus tätig.
Joseph Vogl (Prof. Dr.) hat einen Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literatur, Kulturwissenschaft und Medien an der Humboldt-Universität zu Berlin inne.

Ralph J. Poole
Gefährliche Maskulinitäten
Männlichkeit und Subversion am Rande der Kulturen

Januar 2012, 308 Seiten, kart., zahlr. Abb., 29,80 €
ISBN: 978-3-8376-1767-2

Mehr Infos zum Buch und Bestellmöglichkeit:
http://www.transcript-verlag.de/ts1767/ts1767n.php

Die Dominanz des westlichen, weißen, heteronormativen Verständnisses von Männlichkeit verhindert allzu oft den subversiven Blick auf Männlichkeit(en) jenseits der Norm. Dieses Buch stellt daher die ›weiße‹ Männlichkeit auf den Prüfstand und stößt dabei auf Repräsentationen vergessener, ignorierter und diskriminierter Maskulinität.
Die Studie fokussiert signifikante Momente aus Literatur und Kunst sowie aus Film, Fernsehen und Theater vom frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, die das Ineinandergreifen von Männlichkeit, Ethnizität, Sexualität, Nationalität und Klasse veranschaulichen. Der erotische männliche Körper und der homoerotisch begehrende Blick im Kontext hegemonialer Strukturen werden dabei zu Leitfiguren der Betrachtungen.

Ralph J. Poole lehrt Amerikanistische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Paris Lodron Universität Salzburg.

Asokan Nirmalarajah
Gangster Melodrama
»The Sopranos« und die Tradition des amerikanischen Gangsterfilms

2011, 332 Seiten, kart., 32,80 €
ISBN: 978-3-8376-1843-3

Mehr Infos zum Buch und Bestellmöglichkeit:
http://www.transcript-verlag.de/ts1843/ts1843n.php

Der Gangster, prominente Reflexionsfigur der amerikanischen Populärkultur des 20. Jahrhunderts, steckt nicht erst seit »The Sopranos« in der Krise. In dieser erfolgreichen HBO-Fernsehserie geht die hypervirile Männerfigur in die Therapie und erfährt dadurch, so jedenfalls die Sopranos Studies, eine weiblich konnotierte Umschrift.
Asokan Nirmalarajah argumentiert jedoch, dass diese Serienprämisse einen Blick auf die bereits grundlegend »melodramatischen« Sinnstrukturen des Gangsterfilms erschließt. Er (re-)perspektiviert den Gangster als eine kulturhistorisch wichtige Opfer- und Krisenfigur mittels einer Lektüre der TV-Serie und des Filmgenres als »Male«, »Family« und »Immigrant Melodrama«.

Asokan Nirmalarajah (Dr. phil.), Film-, Fernseh- und Kulturwissenschaftler, promovierte an der Universität zu Köln in der Englischen Philologie.

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