“Geschlecht, Gesundheit, Gouvernementalität” – Neues Buch
Veröffentlicht | von Sebastian Scheele | am Juni 14, 2010 | unter Publikationen | 2 Kommentare
Alle, die an Gouvernementalitätsstudien und/oder an Gender im Gesundheitsbereich interessiert sind, möchte ich auf mein soeben erschienenes Buch hinweisen:
Sebastian Scheele:
“Geschlecht, Gesundheit, Gouvernementalität – Selbstverhältnisse und Geschlechterwissen in der Männergesundheitsförderung”
Ulrike-Helmer-Verlag 2010, 139 Seiten, 16,90 Euro, ISBN 978-3897413054
Männergesundheit ist eines der Lieblingsthemen von Männerpolitik, quer durch ihre unterschiedlichen Fraktionen. Dieses Buch leistet erstmals eine detaillierte Analyse, aus welchen Quellen sich die Beschäftigung mit der Zielgruppe Mann in der Gesundheitsförderung speist und welches Geschlechterwissen dabei mobilisiert wird. Zudem stellt sie die Männergesundheitsförderung in den Kontext neoliberaler Regierungsweisen – eine kritische gegenwartsanalytische Perspektive, die in den bisherigen eher praktisch ausgerichteten Werken zu Männergesundheit eine Leerstelle darstellt.
Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des Verlages www.ulrike-helmer-verlag.de oder im Flyer zum Buch (pdf-datei, 82kb).
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Kommentare
2 Responses to ““Geschlecht, Gesundheit, Gouvernementalität” – Neues Buch”
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August 4th, 2010 @ 1:38 pm
Sehr geehrter Herr Scheele,
da Sie sich auch mit dem Thema Männergesundheit befassen, möchte ich Ihnen sehr gerne ein paar kleine Hinweise zum Thema “Männliche Depression” geben, die ich als Folge der “Zwangsmännlichkeit” genauso wie Effekte “zwischenmännlicher Gewalt” betrachte. Die Erscheinungsformen männlicher Depression sehe ich als traditionell Männlichkeitsbild-kanalisiert :
“Der Ausbruch aggressiver Wut könnte typischer Ausdruck einer Depression sein. Das seelische Leiden äußert sich nach neueren Erkenntnissen bei Männern auch mit Ärgerattacken und Wutausbrüchen. Frauen werden dagegen schwermütig.”
(Quelle: Welt, 18.10.2007)
Eine in geschlechterhierarchisch organisierten Gesellschaften kanalisierte Form, als Folge von Demütigungs-, Erniedrigungs-, Versagens-, Ohnmachtserlebnissen u. a., den zentralen Elementen zwischenmännlicher Gewalt?
Vor dem Hintergrund traditioneller Normen ist ein solches Vermeidungsverhalten nicht verwunderlich, da es gilt, bedrohte männliche Identität aufrechtzuerhalten.
“Wie unterscheidet sich die Männerdepression von der Depression bei Frauen?
M. E. nach wiegen die Unterschiede der Depression bei Mann und Frau nicht so stark wie die Gemeinsamkeiten. Auch depressive Männer sind verstimmt und bedrückt. Trotzdem gibt es Besonderheiten, die unter dem Konzept der männlichen Depression diskutiert werden: Häufig weisen Männer eine ärgerliche Komponente, Aggressivität, eine nach außen gerichtete Vorwurfshaltung und eine starke Impulsivität auf. Sie zeigen oft Risikoverhalten und auch Alkoholismus ist unter depressiven Männern häufiger. Auf Grund dieses Gesamtbildes ist die männliche Depression auf den ersten Blick schwerer zu erkennen. Doch wenn man diese kennt und nachfragt, finden sich im Hintergrund auch die klassischen Symptome.”
(Quelle: depression-at, Interview mit Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Kapfhammer, 2010)
Als interessanter Querverweis kann das Kapitel “Das Patriarchat schadet Ihrer Gesundheit”, Ute Scheub, “Heldendämmerung”, herangezogen werden.
“Patriarchat ist gem. dem kanadischen Soziologen Michael Kaufman: … a system not simply of men’s power over women but also of hierarchies of power among different groups of men and between different masculinities« (Michael Kaufman 1994:145).”
Als Folgeeffekt dürfte m.E. daraus auch die höhere Männersterblichkeit abzuleiten sein.
Januar 9th, 2011 @ 5:04 pm
[...] Sebastian Scheele ist Soziologe und hat bis Ende 2009 im GenderKompetenzZentrum in der wissenschaftlichen Politikberatung zu Gleichstellungspolitik gearbeitet. Jüngst erschien seine “Studie zur Männergesundheitsförderung “Geschlecht, Gesundheit, Gouvernementalität…. [...]