Erinnerung: Gender Lecture am 7.12. mit Dr. Antke Engel
Veröffentlicht | von Sebastian Scheele | am Dezember 1, 2009 | unter Veranstaltungen-Wissenschaft, Veranstaltungen-ZtG | Bisher keine Kommentare
Liebe Interessierte,
am nächsten Montag, den 7.12., 18 Uhr, findet die nächste Gender Lecture statt, bei der Dr. Antke Engel spricht. Sie ist promovierte Philosophin, feministische Queer Theoretikerin und freiberuflich in Wissenschaft und Kulturproduktion tätig. Sie leitet das „Institut für Queer Theory“ (Berlin/Hamburg: www.queer-institut.de).
Die Gender Lectures stehen im Wintersemester unter dem Rahmenthema “Risiken und Nebenwirkungen von Gleichstellungspolitik. Zur Herausforderung, Ungleichheiten nicht gegeneinander auszuspielen”. Es geht es darum, einen kritischen, Intersektionalitäts- und Interdependenzen-informierten Blick zu werfen auf konkrete gleichstellungspolitische Maßnahmen und Debatten. Dazu möchten wir herzlich einladen.
Weitere Informationen zur gesamten Reihe gibt es auf der Homepage des GenderKompetenzZentrums unter http://www.genderkompetenz.info/aktuelles/genderlectures/gl_nebenwirkungen/
Montag, 07.12.2009
18-20 Uhr
Humboldt-Universität Hauptgebäude,
Raum 2103
Dr. Antke Engel:
“Abgefederte Risiken und erstrebte Nebenwirkungen.
Gleichstellungspolitik, die Differenz befördert – ein Paradox?”
Verschiedene Ungleichheiten zu beachten und der Komplexität von Ungleichheitslagen und Diskriminierungserfahrungen gerecht zu werden, ist immer auch mit einer Darstellungsproblematik verknüpft. Deshalb wird es im Vortrag anhand konkreter Beispiele textueller und visueller Repräsentation darum gehen, wie Intersektionalität, Interdependenz oder Komplexität zum Ausdruck gebracht werden. Webseiten offizieller politischer Institutionen, die sich der Integrations- und/oder Gleichstellungspolitik verpflichten, werden daraufhin untersucht, wie sie „Differenz“ zum Ausdruck bringen und was unter der häufig anzutreffenden Formel der „Diversität“ verstanden wird.
Insbesondere interessiert mich hierbei die Frage, wie mit Machtungleichheiten umgegangen wird, inwiefern diese als verfestigt oder dynamisch präsentiert werden, und wie deren Veränderbarkeit gedacht wird. Des weiteren möchte ich kritisch fragen, was es für Gleichstellungspolitik bedeutet, wenn Diversität mittlerweile ein wertgeschätztes und staatlich gefördertes Ziel ist und „Differenz als kulturelles Kapital“ präsentiert wird.
Wie stehen Diversitätsförderung und Gleichstellungspolitik in Relation zueinander? Sind Gleichstellung und Diversität gegenläufige politische Ziele? Oder entsteht eine paradoxe Spannung, die dazu beiträgt, dass sich Gleichstellungs- und Diversitätspolitiken gegenseitig herausfordern – und sozio-politischer Raum für die Wahrnehmung komplexer Differenz- und Ungleichheitsrelationen entsteht?
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