29 Jahre Genderbibliothek

Genau heute, am 1. April 1990, begann ich meine Arbeit in der Genderbibliothek. Es gab damals weder Bücher noch diesen Namen. Ich war eingestellt worden beim am 8.12.1989 gegründeten Zentrum für interdisziplinäre Frauenforschung (ZiF) an der Humboldt-Universität zu Berlin (DDR), um dort eine Information und Dokumentation aufzubauen. Das sah das Gründungspapier des ZiF als wichtige Aufgabe für den wissenschaftlichen Auftrag des Zentrums an. Das Zentrum hatte bereits einen kleinen Raum im Hauptgebäude Unter den Linden zugewiesen bekommen. Dort arbeiteten die damalige Geschäftsführerin Dr. Helga Voht und unsere erste Sekretärin Berit Stübner. Für meine Arbeit musste ich jedesmal einen freien Raum im Hauptgebäude nutzen, weil der Platz viel zu eng war. Meine Aufgabe bestand darin, den Bestand der Universitätsbibliothek an Literatur zu Feminismus und Frauenforschung zu sichten, Verlage auszumachen und Literatur zu bestellen. Vorrangig aber war die erste Dokumentation des ZiF zu Wissenschaftler_innen an der HU und Hochschulen in der DDR, einem Sachregister zu ihren Forschungsthemen und ihre ausgewählten Publikationen zur Frauenforschung und Forschung über Frauen und Geschlechterverhältnisse (S. 26-62). Diese Dokumentation erschien im ersten Bulletin des ZiF im Juni 1990, darin weiter ein Positionspapier zur Arbeit des ZiF und ein Artikel von Prof. Dr. Irene Dölling über Situation und Perspektiven von Frauenforschung in der DDR (S. 1-25).

Da ich Ende Mai meine Arbeit in der Genderbibliothek beenden muss, kommen solche Erinnerungen an solchen Tagen …