Auch 2018 immer noch nur mitgemeint?!

Alle, die sich für eine geschlechtersensible Sprache einsetzen, hat sicher das Urteil des BGH entsetzt, wonach Frauen in Sparkassen-Informationen nicht mit „Kundin“ angesprochen werden müssen, weil sie im Wort „Kunde“ mitgemeint seien. Die Begründung berücksichtigt weder den aktuellen Forschungsstand von feministischer und Soziolinguistik und Psychologie noch die Gleichstellungsvorgaben des Amsterdamer Vertrages (1999), die die Bundesregierung 2000 übernahm.
Viele Frauen sind wütend und wundern sich, dass so ein Urteil im Jubiläumsjahr von 100 Jahren Frauenwahlrecht überhaupt möglich ist!
Deshalb muss etwas getan werden: Eine Möglichkeit ist der Hashtag #mitgemeint, wo gegen die rein männliche Ansprachepraxis protestiert werden kann. Die Klägerin selbst will mit einer Klage beim Bundesverfassungsgericht weiterkämpfen. Und für alle, die mitkämpfen wollen, gibt es seit Ende März eine Petition von Pinkstinks.

Unter dem Motto „Immer noch nur #mitgemeint – gendergerechte Sprache, jetzt!“ fordert die Organisation die Kultusministerkonferenz auf, sich mit geschlechtersensibler Sprache zu beschäftigen:
Wir haben keine Lösung, aber Sprachforschende gibt es genug! Für die Rechtschreibreform wurden 1987 Forschende des Instituts sowie der Gesellschaft für deutsche Sprache beauftragt. Fachlich ebenso versiert sind Dr. Luise F. Pusch, Prof. Dr. Lann Hornscheidt, Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch, und viele andere Menschen, die sich mit gendergerechter Sprache auskennen. Bei „Chef*innen“ oder „Leitende“ liegt der Gedanke näher, dass auch Frauen führen können. Wie die Gender-Sprachreform im Detail aussehen soll, wissen wir nicht: Da sollen Spezialwissende ran, und zwar JETZT! Beauftragen Sie diese noch 2018, damit wir keine elf Jahre warten müssen!

Wer das unterstützen möchte, unterschreibe die Petition und verbreite sie weiter.