3. Dezember: Leipziger Schätze

Veröffentlicht von Karin am Dezember 3, 2008 unter Adventskalender 2008

kunterbuntes Leipzig #2

"kunterbuntes Leipzig #2" via flickr von tschaut CC

Leipzig ist ja nur einen Katzensprung von Berlin entfernt. Die Bücherstadt hat auch in puncto Frauen- und Genderliteratur einige Schätze zu bieten. Es geht hier (leider) nicht um die Deutsche Bibliothek, der auch eine ARIADNE wie in Wien zu wünschen wäre! Es geht um eine Frauen- und  Genderbibliothek und um ein Archiv. Und dann gibt es noch einen Laden voller Schätze in Leipzig für all die, die noch Geschenke für Weihnachten suchen – den möchte ich auch empfehlen.

Frauenbibliothek/Genderbibliothek MONAliesA e.V.

Die Frauenbibliothek/Genderbibliothek MONAliesA e.V. (Haus der Demokratie, Bernhard-Göring-Straße 152) entstand in der Wendezeit und leistet bis heute professionelle Arbeit beim Sammeln von Literatur, aber v.a. mit ihrer beispielgebenden Öffentlichkeitsarbeit. Viele Veranstaltungen mit hochkarätigen Autorinnen bringen Literatur ins Bewusstsein. Besonders die feministische Mädchenarbeit ist ein wichtiger Teil des Bildungsangebotes. 19.000 Medieneinheiten und ca. 80-100 Veranstaltungen pro Jahr sind bei leider immer wieder gekürzten Mitteln durch die Stadt Leipzig nur mit dem großen Engagement der Mitarbeiterinnen und Freiwilligen zu schaffen. Diese Bibliothek ist für all die interessant, die sich mit Mädchenarbeit und mit der Geschichte der DDR beschäftigen, (alte Abschlussarbeiten, Bestand der Handbibliothek des Genderzentrums an der Leipziger Uni und DDR-Zeitschriften) sowie für all die, die besondere Ausstellungen und Lesungen besuchen möchten.

Louise-Otto-Peters-Archiv

In Leipzig befindet sich auch das Louise-Otto-Peters-Archiv (Dresdner Str. 82). Hier werden alle glücklich, die sich mit der Ersten Frauenbewegung in Deutschland beschäftigen, denn im Archiv sind viele Originaldokumente und Kopien von Schriften und Zeitschriften der damaligen Zeit vorhanden. Der gleichnamige Verein organisiert jährliche Louise-Otto-Peters-Tage und gibt ein Louise-Otto-Peters-Jahrbuch heraus. Außerdem sind die Frauen sehr aktiv im politischen Stadtleben, sie organisieren Ausstellungen, Stadtspaziergänge, Aktionen für Straßennamen und Denkmalpflege. Auch in diesem Verein wird sehr viel ehrenamtlich gearbeitet, weil die Stadt die Mittel kürzt. Gerade deshalb verdienen die Archiv-Mitarbeiterinnen Dr. Johanna Ludwig und Barbara Kunze unsere Anerkennung für ihre professionelle Arbeit! Die Publikationen (LOUISEum und Jahrbücher) sind in unserer Genderbibliothek vorhanden.

Nach dem Besuch in Bibliothek und Archiv empfehle ich, einen besonderen Laden zu „recherchieren“. Es ist der Laden von „Frau Scharff“ (Reichsstraße 16), gerade im Oktober als „Fachgeschäft des Monats“ ausgezeichnet. Die Inhaberin des Ladens, Susanne Scharff, war von der Gründung bis 1996/97 Leiterin von MonaLiesA und „Bücherfrau des Jahres 1997“. Jetzt sammelt sie „Feines für den Alltag“ für ihre Kund_innen, kann nicht lassen von den Büchern und Ausstellungen, weshalb es in ihrem Laden auch Lesungen gibt. Ihr Angebot kann online angesehen werden und vor allem können wir uns verzaubern lassen in diesem Laden und garantiert Weihnachtsgeschenke mitnehmen.

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