23. Dezember: Was bringt 2009?

Veröffentlicht von am Dezember 23, 2008 unter Allgemein

Unsere Umfrage unter Einrichtungen des Dachverbandes der deutschsprachigen Frauen-/Lesbenarchive, -bibliotheken und -Info/Dokstellen (i.d.a.) gibt einen Einblick in die Welt der professionellen Sammlerinnen, Rechercheurinnen und Bibliothekarinnen. Sie nennen Aufgaben für 2009, die den Nutzer_innen das Suchen und Finden von Informationen noch zielgerichteter, schneller und komfortabler ermöglichen sollen. Hier einige Vorhaben:

1. Der Dachverband i.d.a. (=informieren, dokumentieren, archivieren) selbst bemüht sich um Fördermöglichkeiten für eine künftige Geschäftsstelle, die dann so ein Projekt wie eine Metadatenbank zur Recherche aller vorhandenen Kataloge begleiten kann. Außerdem wird arbeiten wir weiter mit an der Zentralen Zeitschriftendatenbank (ZDB), in der z.Zt. ca. 1.800 Zeitschriftentitel der Frauenbewegung und Frauen- und Geschlechterforschung verzeichnet sind.

2. Das Berliner Netzwerk der Frauen- und Lesbenarchive und -bibliotheken, das es seit 1993 gibt, wird vom 29.10.-01.11.2009 das 44. Treffen der deutschsprachigen Einrichtungen vorbereiten und durchführen.

3. Das wichtigste Vorhaben von Archiv und Bibliothek des Deutschen Staatsbürgerinnen-Verbandes (DStV) 2009 ist die digitale Erfassung der wertvollen historischen Archiv- und Bibliotheksbestände zur ersten deutschen Frauenbewegung, wozu insbesondere die Handschriften, Originalmanuskripte und Publikationen der Begründerin des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF), Louise Otto-Peters, gehören und die ihrer wichtigsten Mitstreiterinnen und Nachfolgerinnen sowie die Archivalien des ADF/DStV seit seiner Gründung im Jahre 1865.

4. Der Spinnboden Lesbenarchiv & Bibliothek e.V. will im neuen Jahr die zum 35. Geburtstag im Mai 2008 gestaltete neue Webseite in verschiedene Sprachen übersetzen, um die Nutzung zu vergrößern. Außerdem wollen sie die Zeitschriften „Lesbenpresse“ und „Lesbenstich“  digitalisieren und sich um die Finanzierung für die aktuelle FAUST-Software bemühen.

5. Die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung feiert am 8. März 2009 ihren  25. Geburtstag mit einem Empfang durch den Oberbürgermeister von Kassel. Ihre weiteren Pläne sind: Die Migration nach FAUST abschließen und die Datenbank ins Netz stellen; Mittel organisieren, um den großen Bestand des Deutschen Evangelischen Frauenbundes in einem Online-Findbuch zu erfassen und den qualitativen Sprung in eine bessere finanzielle Absicherung für die nächsten 25 Jahre schaffen.

6. Das Berliner Frauenforschungs-, -bildungs- und -informationszentrum (FFBIZ) möchte 2009 den neuen  Faust iServer-7 erwerben, die Faust 5-Datenbank ins Internet stellen, eine zweite Teilzeitstelle und einen Minijob einrichten und den Nachlass einer noch lebenden Persönlichkeit einwerben.

7. Für die Louise-Otto-Peters-Gesellschaft in Leipzig steht das Jahr 2009 ganz im Zeichen des 190. Geburtstages von Louise Otto-Peters. Dazu bereiten sie verschiedene Veranstaltungen vor, wie z.B.:

Louise-Otto-Peters-Denkmal in Leipzig

Louise-Otto-Peters-Denkmal in Leipzig

  • Am Donnerstag, 02. April 2009 unter dem Thema “… und ich mittendrin : Louise Otto in Gohlis” eine Lesung aus unveröffentlichten Erinnerungen Louise Ottos an ihre Gohliser Aufenthalte und ihre Begegnungen mit Leipziger Literaten Mitte der 1840er Jahre.
  • Vom 24. 03. – 29.03.2009 findet in Meißen eine Festwoche statt mit Beteiligung der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e. V. bei folgenden Schwerpunkten:
    • 24. 03. 2009 Eröffnung der Festwoche durch den Oberbürgermeister, Festvortrag von Frau Prof. Dr. Susanne Schötz, Louise Otto-Peters-Gesellschaft
    • 25. 03. 2009 Fachvortrag durch Johanna Ludwig
    • 26. 03. 2009 Eröffnung der Ausstellung “Mit den Muth´gen will ich´s halten”
    • 27. 03. 2009 Lesung “Briefe aus dem Gefängnis”
    • 27. 03. 2009 Filmvorführung “Nur eine Frau”, Film über das Leben von Louise Otto nach einem Roman von Hedda Zinner
    • 29. 03. 2009 Stadtspaziergang “Auf den Spuren von Louise Otto-Peters in Meißen”

8. Die Genderbibliothek des ZtG Berlin hat erfolgreich Mittel aus dem Innovationsfonds der Humboldt-Universität eingeworben, um den Schwerpunkt “Gender” in das Projekt LOTSE einzubauen. Das ist ein Online-Navigations- und Schulungssystem, mit dem wir die Möglichkeiten verbessern wollen, zentral einen Einstieg in die Recherchen zur Frauen- und Geschlechterforschung anzubieten.

Wir wünschen allen Archiven und Bibliotheken einen guten Start 2009 und viel Elan und die nötigen Mittel, um ihre Ziele zum Nutzen aller Leser_innen und Forscher-innen zu verwirklichen.

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