Einleitung
Das Projekt
Im Rahmen eines von der Volkswagen-Stiftung
finanzierten archivwissenschaftlichen Projektes
wurden sämtliche Archivalien
des Humboldt-Universitätsarchives von den Anfängen des
Frauenstudiums bis 1968 gesichtet
und unter frauenrelevanten Fragestellungen erfasst und neu
systematisiert.
Die Quellen
Die Humboldt-Universität verfügt
über das grösste deutsche Universitätsarchiv
und bietet mit seinen
ca. 5 500 laufenden Metern Akten
eine wahre Fundgrube für WissenschaftlerInnen, die zu
frauengeschichtlichen, wissenschafts-
und/oder sozialhistorischen Fragestellungen forschen.
Die Struktur der Daten
Trotz dieser günstigen Materiallage
und der zentralen politischen Rolle dieser Universität spielte die
Geschichte des Frauenstudiums und
der Wisenschaftlerinnen bislang kaum eine Rolle. Im Rahmen
der vierjährigen Erschließungs-
und Systematisierungsarbeiten konnten 91 294 Datensätze (aus
insgesamt 5 492 Akten) zu den Studienanfängen
und Karriereverläufen von Frauen aufgenommen
werden. Diese liegen nun in einem
Sachthematischen Inventar und in Regesten vor.
Das
Sachthematische Inventar umfasst mit seinen 25 313 Datensätzen
sämtliche frauenrelevante
Akteninhalte der unterschiedlichsten
Provenienz. Hierbei sind z. B. Erlasse der Unterrichts- und
Kultusministerien, Beschlüsse
des Rektors, Strukturpläne, Entscheidungen der Fakultäten sowie
Förderungen, Relegationen und
Gesuche einzelner Studentinnen und Wissenschaftlerinnen
aufgenommen, deskriptiv zusammengefasst
bzw. zitiert worden.
Die Regesten
beinhalten alle in den Universitätsakten verzeichneten Personal-
und Sozialdaten und
wurden vor allem aus den Promotions-,
Habilitations-, Berufungs- und Personalakten gewonnen.
Insgesamt konnten biografische Daten
zu insgesamt xxxx aufgenommenen Wissenschaftlerinnen
systematisiert werden.
Sowohl die Regesten als auch das Sachthematische
Inventar umfassen die Dokumente für den
Zeitraum 1890 bis 1968. Das Anfangsdatum
erklärt sich darüber, dass erstmals um 1890
studierwillige Frauen Gesuche an
den Kultusminister einreichten, welche jener wiederum zur weiteren
Klärung an die preußischen
Universitäten weiterleitete. Der zeitliche Endpunkt, 1968, ergibt
sich aus
der Datenschutzgesetzgebung des Landes
Berlin und berücksichtigt zudem, dass zu diesem Zeitpunkt
in der DDR, mit der Einführung
der III. Hochschulreform, eine Umstrukturierung der Fakultäten in
Sektionen stattfand.
Mit Blick auf das 200jährige Jubiläum
im Jahre 2010 wäre es wünschenswert und mehr noch:
dringend erforderlich, dass die Geschichte
der wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen
Leistungen von Frauen und ihre Karriereverläufe
aufgearbeitet werden.
Über allgemeine oder auch ergänzende
Hinweise, Anregungen, Kritik oder auch Mitteilungen freuen sich vor
allem die Bearbeiterinnen.
Abschliessend möchten wir uns besonders
bei den MitarbeiterInnen des Archivs und des Rechenzentrums
bedanken, die dieses Projekt mit Rat
und Tat gefördert haben. Berlin, 05/2001